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Aktuelle Vögel im Europareservat Unterer Inn:

Folgende Vogelarten können zur Zeit im Stauraum Ering-Frauenstein auf den Verlandungen vor dem Kraftwerk Ering und in Eglsee (Vogelturm) beobachtet werden:

Seeadler, Höckerschwan, Stockente, Schnatterente, Reiherente, Bleßralle, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Graureiher, Silberreiher, Großer Brachvogel, Kiebitz, Brandgans, Graugans, Kanadagans, Haubentaucher, Gänsesäger, Kormoran u.a.

Besonderheiten:

Seeadler sind bei uns seit Jahren als Wintergäste anwesend. Seit dem Sommer 2008 hält sich ein Pärchen Seeadler ganzjährig am Unteren Inn auf.
2009 brüteten sie erstmals und zogen zwei Junge auf. Leider verunglückte kurz nach dem Ausfliegen einer der jungen Seeadler an einer Stromleitung in Horstnähe tödlich.
2010 hat das Seeadler-Paar ein Junges erfolgreich aufgezogen. Es flog Ende Juni aus.
2011 haben die Seeadler nach Störungen den Horst gewechselt und in einem völlig unzugänglichen neuen Horst erfolgreich zwei Junge aufgezogen.
Die 2012er Brut war erfolgreich. Das Seeadler-Paar zog ein Junges auf.
In 2013 hat das Seeadlerpaar in einem auf einer Insel verborgenen Adlerhorst wieder erfolgreich zwei Junge aufgezogen.
2014 hat das Seeadler-Paar zwei Junge erfolgreich aufgezogen. Mitte Juli wurden sie vom Vogelbeobachtungsturm in Eglsee aus beobachtet.

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1 - 3 Chileflamingos halten sich zeitweise im Stausee Ering/Frauenstein meist bei Eglsee (beim Vogelbeobachtungs-Turm) auf. Manchmal sind sie auch auf den Sandbänken beim Kraftwerk Egglfing. Es handelt sich um Zooflüchtlinge, die das ganze Jahr über an offenen Wasserstellen im Inn leben. Ihre sattrosa Färbung verdanken sie den roten Zuckmückenlarven und Schlamm-röhrenwürmern, die sie im Inn als Futter finden. Im Winter zeigen sie sich "kälteresistent". Einige Male haben sie Brutversuche innerhalb der großen Lachmöwenkolonie im Stausee Egglfing unternommen, allerdings erfolglos.

Seit sich 2008 ein Seeadlerbrutpaar am Inn angesiedelt hat, sind die Flamingos offensichtlich an den Chiemsee umgezogen. Sie wechseln in diesem Jahr zwischen den Innstauseen und dem Chiemsee jedoch recht häufig.

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In der an Wasserpflanzen reichen Eglseer Bucht halten sich zeitweise über 100 Höckerschwäne auf. Es handelt sich um Nichtbrüter. Diese Schwäne kommen mangels eines eigenen Brutreviers nicht zur Brut. Der Stausee Ering wird von 1 Schwanenbrutpaar besetzt gehalten. Aufgrund dieser geringen Vermehrungsrate der vielen Schwäne wird die Population natürlicherweise in Grenzen gehalten.

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Im Stausee Egglfing brüteten jedes Jahr mehrere tausend Lachmöwen-Paare. Es war die größte Lachmöwen-Brutkolonie im Binnenland. Die Möwen profitierten vom ausgedehnten Maisanbau im Inntal. Sie sammelten auf den zur Brutzeit noch kahlen Äckern Würmer, Insektenlarven wie Engerlinge, junge Mäuse und anderes Kleingetier als Nahrung.

Inzwischen gibt es die große Lachmöwenkolonie nicht mehr. Es brüten nur noch wenige Dutzend Paare. Der Grund für den Zusammenbruch ist ein natürlicher Vorgang: Die Inseln bewachsen zunehmend mit Schilf und Weidenbäumen und bieten den Lachmöwen keine Nistplätze mehr.  Neue Sandbänke entstehen in den Stauseen strömungsbedingt nicht mehr im erforderlichen Ausmaß. Daher werden die Lachmöwen durch das schwindende Brutplatzangebot limitiert.

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Der Nachtreiher ist der Wappenvogel des Europareservates. Einige Paare dieser seltenen Art brüten ebenfalls am Unteren Inn auf schwer zugänglichen Inseln im Stauraum zwischen Egglfing und Neuhaus. Dort sind sie von März bis August zu beobachten, bevor sie wieder in ihr afrikanisches Winterquartier zurückkehren.


Vogel des Jahres 2017

Der Waldkauz (Strix aluco)

Trotz seiner nicht gerade geringen Größe von ca. 40 cm wird der Waldkauz nur selten gesichtet - und das ist auch durchaus so gewollt. Mit seinem kompakten Körperbau, dem Eulen-üblichen großen Kopf und dem grau-braunen bis rostfarbenen Federkleid gelingt es ihm perfekt, auf einem Ast sitzend, dicht an den Stamm geschmiegt, den Tag zu verschlafen, ohne bemerkt zu werden.

Erst bei Einbruch der Nacht wird der Waldkauz aktiv. Seine abgerundeten Flügel ermöglichen ihm einen lautlosen Flug, was ihn zu einem recht effizienten Jäger macht. Kleine Vögel, Mäuse und Kröten stehen beispielsweise auf seiner Speisekarte.

Für die Brut braucht der Waldkauz große Hölen in alten Bäumen, die allerdings durch die Abholzung alter Baumbestände immer mehr verloren gehen.

Andrea Bruckmeier (Ramsar-Gebietsbetreuung Unterer Inn)