Wichtige Hinweise!

Neugestaltung des Infozentrums
Im Zuge eines INTERREG-Projektes wird das Infozentrum in Ering 2019 erneuert. Dazu werden neue Austellungen für die Schutzgebiete am Unteren Inn entstehen. Das Infozentrum ist während der Umbau-Maßnahmen vom 16. Oktober 2018 bis voraussichtlich 31. März 2020 geschlossen. Das Infozentrum-Team steht Ihnen jedoch auch in der kommenden Saison von 1. April 2019 - 15. Oktober 2019 in einem Übergangs-Büro auf dem Infozentrum-Gelände zur Verfügung.

Umgehungs-Gewässer
Rund um das Kraftwerk Ering/Frauenstein entsteht zur Zeit ein Umgehungs-Gewässer mit Insel-Nebenarm-System im Unterstau. Aufgrund der Bauarbeiten kommt es zu Einschränkungen bei der Nutzung des Naturerlebnisweges. Der Inndamm auf der Eringer Seite des Stausees ist bis auf weiteres weder begehbar noch befahrbar. Der Inn kann aber weiterhin über die Kraftwerkbrücke hinweg überquert werden. Benutzer des Innradweges werden gebeten die gelben Umleitungsschilder für Radfahrer zu beachten. Aktuelle Informationen hierzu erhalten Sie unter folgendem Link www.verbund.com


Aktuelle Links:
Birding News aus ganz Deutschland gibt es für echte Birder auf der Birder Plattform von Birdnet.
Ständig aktualisierte Vogelmeldungen aus ganz Deutschland gibt es auf ornitho.de.
Interessantes über die Vogelwelt, sowie die Lebensräume speziell im Europareservat Unterer Inn, erfahren Sie bei birdinggermany.de, über Bayern geht es dann zu Punkt 7 Unterer Inn.
Weitere Infos gibt es auf der Seite www.vogelruf.de
Reiseinfos unter www.viatoura.de

Aktuelle Vögel im Europareservat Unterer Inn:
Folgende Vogelarten können zur Zeit im Stauraum Ering-Frauenstein auf den Verlandungen vor dem Kraftwerk Ering und in Eglsee (Vogelturm) beobachtet werden:
Seeadler, Höckerschwan, Stockente, Schnatterente, Reiherente, Bleßralle, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Graureiher, Silberreiher, Großer Brachvogel, Regenbrachvogel, Alpenstrandläufer, Bruchwasserläufer, Dunkler Wasserläufer, Kampfläufer, Uferschnepfe, Grünschenkel, Flußregenpfeifer, Bekassine, Flußseeschwalbe, Kiebitz, Brandgans, Graugans, Kanadagans, Haubentaucher, Gänsesäger, Kormoran u.a.

Besonderheiten:

Seeadler sind bei uns seit Jahren als Wintergäste anwesend. Seit dem Sommer 2008 hält sich ein Pärchen Seeadler ganzjährig am Unteren Inn auf.
2009 brüteten sie erstmals und zogen zwei Junge auf. Leider verunglückte kurz nach dem Ausfliegen einer der jungen Seeadler an einer Stromleitung in Horstnähe tödlich.
2010 hat das Seeadler-Paar ein Junges erfolgreich aufgezogen. Es flog Ende Juni aus.
2011 haben die Seeadler nach Störungen den Horst gewechselt und in einem völlig unzugänglichen neuen Horst erfolgreich zwei Junge aufgezogen.
Die 2012er Brut war erfolgreich. Das Seeadler-Paar zog ein Junges auf.
In 2013 hat das Seeadlerpaar in einem auf einer Insel verborgenen Adlerhorst wieder erfolgreich zwei Junge aufgezogen.
2014 hat das Seeadler-Paar zwei Junge erfolgreich aufgezogen. Mitte Juli wurden sie vom Vogelbeobachtungsturm in Eglsee aus beobachtet.

In den Jahren 2015 bis 2018 wird auch von Bruten berichtet. Da unser Seeadlerpärchen jedoch ein sehr verstecktes Leben auf den Inseln bei uns im Inn führt, ist nicht näher bekannt, wieviele Jungvögel es waren und wie sie sich entwickelt haben. Sicher ist jedoch, dass diese wunderbaren und beeindruckenden Geifvögel sich bei Störungen sofort ins innere des Inselsystems zurückziehen und sich dem vogelinteressierten Besucher des Europareservates nicht so ohne weiteres zeigen. Es bedarf sehr großer Geduld und großes Glück, sie zu entdecken. Vom Vogelbeobachtungsturm in Eglsee aus bestehen die größten Chancen, den Seeadler beim Flug über den Inn zu beobachten.

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1 - 3 Chileflamingos halten sich zeitweise im Stausee Ering/Frauenstein meist bei Eglsee (beim Vogelbeobachtungs-Turm) auf. Manchmal sind sie auch auf den Sandbänken beim Kraftwerk Egglfing. Es handelt sich um Zooflüchtlinge, die das ganze Jahr über an offenen Wasserstellen im Inn leben. Ihre sattrosa Färbung verdanken sie den roten Zuckmückenlarven und Schlamm-röhrenwürmern, die sie im Inn als Futter finden. Im Winter zeigen sie sich "kälteresistent". Einige Male haben sie Brutversuche innerhalb der großen Lachmöwenkolonie im Stausee Egglfing unternommen, allerdings erfolglos.

Seit sich 2008 ein Seeadlerbrutpaar am Inn angesiedelt hat, sind die Flamingos offensichtlich an den Chiemsee umgezogen. Sie wechseln in diesem Jahr zwischen den Innstauseen und dem Chiemsee jedoch recht häufig.

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In der an Wasserpflanzen reichen Eglseer Bucht halten sich zeitweise über 100 Höckerschwäne auf. Es handelt sich um Nichtbrüter. Diese Schwäne kommen mangels eines eigenen Brutreviers nicht zur Brut. Der Stausee Ering wird von 1 Schwanenbrutpaar besetzt gehalten. Aufgrund dieser geringen Vermehrungsrate der vielen Schwäne wird die Population natürlicherweise in Grenzen gehalten.

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Im Stausee Egglfing brüteten jedes Jahr mehrere tausend Lachmöwen-Paare. Es war die größte Lachmöwen-Brutkolonie im Binnenland. Die Möwen profitierten vom ausgedehnten Maisanbau im Inntal. Sie sammelten auf den zur Brutzeit noch kahlen Äckern Würmer, Insektenlarven wie Engerlinge, junge Mäuse und anderes Kleingetier als Nahrung.

Inzwischen gibt es die große Lachmöwenkolonie nicht mehr. Es brüten nur noch wenige Dutzend Paare. Der Grund für den Zusammenbruch ist ein natürlicher Vorgang: Die Inseln bewachsen zunehmend mit Schilf und Weidenbäumen und bieten den Lachmöwen keine Nistplätze mehr.  Neue Sandbänke entstehen in den Stauseen strömungsbedingt nicht mehr im erforderlichen Ausmaß. Daher werden die Lachmöwen durch das schwindende Brutplatzangebot limitiert.

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Der Nachtreiher ist der Wappenvogel des Europareservates. Einige Paare dieser seltenen Art brüten ebenfalls am Unteren Inn auf schwer zugänglichen Inseln im Stauraum zwischen Egglfing und Neuhaus. Dort sind sie von März bis August zu beobachten, bevor sie wieder in ihr afrikanisches Winterquartier zurückkehren.


Vogel des Jahres 2018

Der Star (Sturnus vulgaris)

Denkt man an den Star, denkt man an einen Allerweltsvogel im schlichten Federkleid. Erst bei genauerer Betrachtung stellen sich diese beiden Annahmen als falsch heraus. In den letzten 20 Jahren sind die Brut-Bestände des Stars in Deutschlang um etwa zwei Millionen Paare geschrumpft. Und auch das Federkleid ist alles andere als unauffällig. Vor allem zur Brutzeit schillern die Stare im Sonnenlicht. Die dunklen Federn sind mit hellen Perlen besetzt.

Im Flug erkennt man sie an ihrer dreieckigen Flügelform. Außerdem sind Stare äußerst gesellig und treten meist in größeren Gruppen auf. Im Herbst zeigen die Starenschwärme mit ihren faszinierenden Flug-Manövern den bevorstehenden Vogelzug an. Dann ziehen sie zum Beispiel von Bayern aus in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Immer öfter überwintern Stare auch bei uns. Dabei handelt es sich oft um Gäste aus Skandinavien.

Nach ihrer Rückkehr im Frühling kann man sie an den Nistkästen im Garten oder in älteren Baumbeständen mit geeigneten Bruthöhlen beobachten. Hier bauen sie ihr Nest, in das sie Kräuter einarbeiten. Die darin enthaltenen ätherischen Öle sollen den Befall mit Bakterien verringern und die Startbedingungen der Jungvögel so verbessern.

Ursprünglich lebte der Star an Waldrändern und auf Lichtungen. Hier fand er sowohl Baumhöhlen für die Brut als auch freie Flächen mit kurzer Vegetation, die ihm als Nahrungs-Habitat dienen. Dort sucht er im Frühjahr Würmer und Insekten. Im Sommer und Herbst ergänzen Früchte und Beeren den Speiseplan des Stars. So mancher Kirschbaum-Besitzer hat sich dabei schon über die hungrigen Starenschwärme geärgert, die die süßesten Früchte ganz oben im Baum ergattern, an die man selbst nicht ran kommt.

Obwohl sich der Star im Laufe der Zeit sehr gut an den Menschen angepasst hat, fehlen ihm immer öfter geeignete Lebensräume. Viele Wiesen und Felder werden immer intensiver genutzt. Feldgehölze stören die moderne Landwirtschaft. Es gibt kaum noch Weidevieh, deren Dung dem Star wertvolle Nahrungsquellen bietet.

Dabei kann man schon im eigenen Garten mit dem Schutz des Stars anfangen und z.B. Nistkästen aufhängen oder auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Mit der Pflanzung einer Vogelschutzhecke hilft man nicht nur dem Star, der sich hier gerne an den Beeren bedient, sondern auch Insekten und anderen Vögeln. Ganz nebenbei wird so auch der Kirschbaum zumindest ein bisschen geschont.

Andrea Bruckmeier (Ramsar-Gebietsbetreuung Unterer Inn)