Biber am unteren Inn
Eine Insellandschaft, so unberührt wie im Europareservat Unterer Inn finden wir nur noch selten. Hier, in lichten, wasserreichen Auwäldern ist die Heimat von großartigen Baumeistern: den Bibern.
Seit 1970 gibt es das größte europäische Nagetier wieder am Inn. Er wurde von Artenschützern gezielt in Auwäldern und Altwässern angesiedelt. Mit etwas Glück kann man im Europareservat die nachtaktiven Tiere sogar am hellichten Tag beobachten. Auch kommt es vor, daß von einem Tag auf den anderen ein Weg durch einen Baum versperrt ist, den ein Biber nachts gefällt hat.

Biber´s Lebensraum ist die intakte Natur.
Der Biber braucht Gewässer mit uferbegleitender Auen-Vegetation. Rinde und Zweige von Weichhölzern, besonders Weiden und Pappeln bilden seine Winternahrung. Zu diesem Zweck fällt er den Baum mit seinen scharfen Nagezähnen, wobei er sich mit seinem breiten Schwanz abstützt. Von einem einzigen gefällten Baum kann der Biber wochenlang leben. Während der grünen Jahreszeit bevorzugt er Schilfsprossen und krautige Pflanzen in Ufernähe. Nur dort, wo forst- und landwirtschaftliche Nutzung in unmittelbarer Ufernähe betrieben wird, entstehen Probleme mit dem großen Nager, weil seine weitverzweigten Röhrensysteme unter Tage zu einer Gefahr für große Landmaschinen werden können.

Der Biber als Burgenbauer:
Biber leben als Familien in großen Revieren, die mehrere Kilometer Gewässeruferstrecke umfassen können und gegenüber fremden Artgenossen verteidigt werden. Aus abgenagten Zweigen und Ästen baut der Biber seine große Familien-Wohnburg mit mehreren Kammern. Sie kann über 2 Meter hoch werden und einen Durchmesser von 4-5 Metern erreichen. Manchmal graben Biber aber auch einen Röhrenbau in die Uferböschung und oft haben die Biber mehrere Burgen in ihrem Revier. Die Zugänge zu den Burgen liegen immer unter Wasser. Die Burg wird von einem Biber-Paar bewohnt, das lebenslang- (immerhin werden Biber bis zu 30 Jahren alt), -zusammen bleibt. Nach einer Tragzeit von 15 Wochen kommen 1- 5 Jungbiber auf die Welt. Erst nach etwa 3 Jahren sind die Kleinen ausgewachsen und verlassen die Familie. Bei einem Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm und einer Körperlänge bis 1,20 Meter sind sie hervorragende Taucher geworden und bestens dafür ausgerüstet, einen Baum mit 25 Zentimeter Umfang in fünf Minuten zu Fall bringen.
Wenn nötig reguliert der große Nager schwankende Wasserstände in seinem Gewässer mit dem Bau von Dämmen.