Die Urwälder auf den Inseln:
Die aus den Alpen mitgeführte Schwebstoff-Fracht setzt sich in den Stauseen ab und bildet Untiefen und Verlandungen. Auf den frischen Sandbänken tummeln sich Wat- und Wasservögel und suchen im Schlick nach Würmern und Insektenlarven. Im nächsten Jahr schon wachsen Blutweiderich und Zweizahn auf den Sandbänken. Diese anfängliche Pioniervegetation wird bald von ausgedehnten Schilfflächen abgelöst. Nach wenigen Jahren bildet sich auf den Inseln dichter Silberweiden-Dschungel. Die schnellwüchsige Silberweide ist nach drei Jahren bereits 3 Meter hoch, innerhalb von 30 Jahren wird sie zu einem mächtigen Baum von 25 Metern Höhe. Die Auwälder auf den Inseln der Innstauseen gehören heute zu den wenigen echten Urwäldern Mitteleuropas.
Besiedelt werden diese Urwälder von einer Vielfalt seltener Pflanzen und Tiere, Dutzenden von Fischarten, verschiedenen Muschel-, Wasserinsekten-, Wasserpflanzen- und Kleintierarten. Sicher ergeben sich in der Gesamtheit weit über 1000 Arten, die alle miteinander verbunden sind.
Das Zusammenspiel von Organismen und Umwelt funktioniert hier noch, solange der Mensch nicht allzu massiv eingreift.